„Ich habe keine Zeit“: Warum man diesen Satz ständig hört und wie man seine Zeit effektiv nutzen kann

Wir leben in Berlin, der größten Stadt Deutschlands und die Stadt mit den meistbeschäftigsten Menschen. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, um seine Zeit zu verbringen. Für jeden Typ Mensch und jedes Interesse ist etwas dabei. Es scheint schwierig zu sein, sich für Dinge zu entscheiden, die man in seiner Freizeit tun möchte. Aber es geht nicht nur um Dinge oder Freizeitaktivitäten. Sich zu entscheiden, mit welchen Menschen man seine Zeit verbringen möchte, ist genauso schwierig. Bei einem „normalen“ Arbeitsalltag mit 40 Stunden pro Woche bleibt tatsächlich nicht viel Zeit, um sich mit den Dingen zu beschäftigen, die außerhalb des Jobs liegen. Der Satz „Ich habe keine Zeit“ scheint also ein absolut angemessener Ausdruck unserer heutigen Gesellschaft zu sein. 

Doch überlegt euch mal, wie viel Zeit eigentlich übrig bleibt nach der Arbeit: Von 24 Stunden, die der Tag hat, sollte man acht Stunden schlafen. Wahrscheinlich arbeiten die meisten von euch acht Stunden. Es bleiben also noch weitere acht Stunden, die wir mit unseren Freizeitaktivitäten und den Menschen, die wir lieben, verbringen.

Trotzdem hören wir oft „Ich habe keine Zeit“. Ist es eine Ausrede?

Wir wissen, dass dieser Satz viele Bedeutungen haben kann. Es kann bedeuten: „Ich habe heute wirklich keine Zeit, weil ich schon etwas anderes vorhabe“. Oder es bedeutet: „Sorry, ich habe Unmengen an Zeit, will sie aber heute nicht mit dir verbringen“ – und ist damit eine nette Floskel für etwas nicht ganz so Nettes. Und wir benutzen sie alle. Immer und immer wieder. Sind wir also eigentlich alle Lügner und handeln oftmals egoistisch? Doch manchmal ist zu sagen, dass man keine Zeit hast, der bessere Weg als zu sagen, was man wirklich vorhat. Denn wenn man lieber mal Zeit für sich haben möchte, um ein Buch zu lesen, zu meditieren oder Dinge zu machen, die man nicht jedem unter die Nase reiben möchte, hat man oft das Gefühl, dass man egoistisch handelt. Warum? Wir fühlen uns oft verantwortlich für andere. Denn natürlich haben wir für alles Zeit. Die Frage ich nur, ob wir sie uns nehmen. Und es ist unser aller Recht und sogar unsere Pflicht, sie so zu verwalten, wie wir es für richtig halten. Schließlich zerreißen wir uns schon genug zwischen unseren Pflichten und Aufgaben. Die Zeit, die uns fürs Nichtstun oder für kleine Privatangelegenheiten bleibt, sollte nicht noch misstrauisch betrachtet werden, wenn man sie nicht für andere opfert. Und genau deshalb machen wir uns gegenseitig zu notorischen Schwindlern. Natürlich ist unsere Freizeit dazu da, um sie mit den Menschen zu verbringen, die wir gern haben. Doch sollten wir uns trauen, auch mal an uns zu denken.

Hört ihr öfter Leute in eurem Umkreis sagen:

„Ich wünschte, mein Tag hätte 2 Stunden mehr“ ?

Oder kennt ihr das vielleicht auch von euch selbst? Man hat so viel zu tun und plötzlich ist der Tag schon wieder vorbei. Liegt es daran, dass man sich zu viel aufgehalst hat oder hat man vielleicht tatsächlich alle 5 Minuten sein Handy gecheckt und dadurch viel Zeit verloren? Das Stichwort ist hier: Prioritäten setzen. Doch wie macht man das überhaupt? Am besten nimmt man sich dafür einen Zettel und einen Stift und schreibt die Dinge auf, für dich man sich Zeit nehmen „muss“. Das kann beispielsweise Hausarbeit oder Einkaufen sein. Darunter schreibt man, wofür man sich Zeit nehmen möchte, also für seine Familie, seinen Hund oder Freizeit Aktivitäten. Fakt ist, man sollte sich definitiv auch Zeit für sich einplanen und sich genau überlegen, mit welchen Menschen man seine Freizeit verbringen möchte.

Zeit kann grausam sein.

Entweder sie vergeht gar nicht oder so schnell, dass man regelrecht überrascht ist, wie schnell Tage und Wochen vergehen. Zeit ist also unser heiligstes Gut. Trotzdem kommen wir regelmäßig zu spät, wir zögern zu lange, wir warten auf den richtigen Moment und erkennen ihn erst, wenn er schon vorbei ist. Wir rennen dem Bus, wichtigen Terminen oder Menschen hinterher, ohne die Zeit wirklich als wichtiges Gut wertzuschätzen. Weil Zeit in einer Leistungsgesellschaft wie unserer ein entscheidender Faktor für Erfolg ist und Erfolg als eines der erstrebenswertesten Dinge im Leben gilt, lernen wir von klein auf, dass es Zeit nicht nur gibt, sondern der Umgang mit ihr eine wichtige Fähigkeit und Aufgabe ist. 

Zeitmanagement ist hier das Stichwort. Und damit ist nicht gemeint, sich den Terminkalender voll zu hauen, um dann unter Stress versuchen, alle diese Termine wahrzunehmen. Sondern achtsam mit der Zeit, die wir haben, umzugehen.

Achtsamkeit.

Zeit bewusst zu nutzen. Zeit nicht zu vergeuden. Wo wir wieder bei der Prioritätenliste sind. Ihr allein seid dafür verantwortlich, wie ihr mit der Zeit umgeht. Auch in stressigen Episoden darf man sich Zeit nehmen für Dinge, die einem gut tun und auch im Urlaub, wenn man alle Zeit der Welt hat, darf man diese versuchen zu „managen“. Die Balance zu finden, ist nicht immer leicht, aber ein wenig Achtsamkeitstraining kann wahre Wunder bewirken: Eine Steigerung deiner Achtsamkeit im Alltag erhöht deine Fähigkeit, dich selbst besser zu verstehen. Oder besser gesagt: Du tust öfter, was richtig und vernünftig für dich ist. Du siehst die Dinge, mit denen du deine Zeit verbringst, viel fokussierter und klarer. Du schiebst weniger auf und schaffst mehr Dinge.

Achtsamkeit ist ein geistiger Zustand, in dem man sich selbst und seine Umgebung beobachtet, ohne zu urteilen. Dafür darf man sich natürlich Zeit nehmen.

Mehr über Zeitmanagement, Mentales Training und Erfolgscoaching erfahrt ihr in unserem wöchentlichen Podcast.

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