Geht das überhaupt?

Das klingt wie aus einem Märchen: Glücklich und zufrieden sein bis ans Ende unserer Tage.

Aber im Märchen sind die Helden meist erst glücklich, nachdem sie eine schwere Zeit durchgemacht haben. Brauchen wir das? Müssen wir erst ein großes Unglück kennen lernen, damit wir wissen, was uns glücklich macht? Und was ist der Unterschied zur Zufriedenheit?

Mit all’ diesen Fragen beschäftige ich mich heute. Viele Menschen sind auf der Suche nach dem wahren Glück. Glücklich und zufrieden – das ist das ultimative Ziel von uns allen. Trotzdem schaffen es die wenigsten Menschen, beides zu erreichen. Dabei gibt es scheinbar so viele  Möglichkeiten. Wellness, gutes Essen, Fitness. All das soll uns dabei helfen, glücklich zu sein. Auch Arbeitgeber haben erkannt, dass zufriedene Mitarbeiter bessere Leistungen bringen. Denn sie stellen sogenannte Feelgood-Manager ein, die für das Wohl der Mitarbeiter sorgen sollen. Aber sind die zufriedenen Angestellten auch glücklicher? 

Beginnen wir damit, was uns zufrieden und glücklich machen kann.

Albert Schweitzer wurde mal gefragt, warum seiner Meinung nach die Menschen heutzutage nicht glücklich sind. Seine Antwort dazu war: „Die Menschen denken nicht.“ Damit meinte er, dass wir zu wenig über unser eigenes Leben nachdenken. Wir müssen ja auch nicht. Denn wir befolgen nur die Regeln unserer Gesellschaft. Als Kind lernen wir und gehen zur Schule. Danach machen wir eine Ausbildung oder studieren etwas. Aber dann hört Mitte/ Ende 20 das Lernen auf. Die großen Veränderungen im Leben sind bei den meisten Menschen damit vorbei. Natürlich gibt es so etwas wie Fortbildung und Karriere. Aber für unser eigenes Leben lernen die wenigsten Menschen weiter. Wir haben uns an die Regeln der Gesellschaft angepasst. Es ist ja auch bequem. Alles ist sicher und in unserer Komfortzone. Karriere – klar. Wenn Du etwas werden willst, brauchst du nur den vorgeschriebenen Weg einhalten und fleißig sein. Wir leben hier und heute in einem unglaublichem Wohlstand. Und den können wir oft gar nicht mehr schätzen. Ich meine, wie oft sind wir dankbar dafür, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, dass wir genug zu essen haben und dass in unserem Land Frieden herrscht? Wir haben alles und noch viel mehr und schaffen es echt nicht, glücklich zu sein?

Das sollten wir uns mal vor Augen führen und mehr Dankbarkeit und Wertschätzung in unseren Alltag bringen. Führ’ doch mal einen Monat lang eine Liste mit all’ den kleinen Dingen und den Menschen in deinem Leben, für die du dankbar bist. Du wirst sehen, dass sich deine Sicht auf dein Leben ändern wird.

Aber was hat es nun mit der Zufriedenheit auf sich?

Wir können glücklich, aber unzufrieden sein. Wie, erkläre ich dir mit einem einfachen Beispiel: Du kannst glücklich darüber sein, dass du einen Job hast, weil er deine Miete und viele Annehmlichkeiten zahlt. Aber gleichzeitig kannst du unzufrieden damit sein, weil du dich in deinem Job nicht weiter entwickeln kannst.

Die Unzufriedenheit treibt dich an, besser zu werden, aus deinem Leben etwas zu machen, deine Ziele zu verfolgen und dir deine Träume zu erfüllen. Das ist auch sehr wichtig, denn wenn man sich nicht weiter entwickelt, bleibt man stehen und macht vermutlich noch ein paar Schritte zurück. Doch die ständige Suche nach einem neuen Ziel kann uns auch unglücklich machen. Wir wollen den Gedanken nicht loslassen, dass wir irgendetwas erreichen müssten, um glücklich zu sein.

Wir studieren in der Annahme, wenn wir das Diplom oder den Master in der Tasche und den ersten gut bezahlten Arbeitsvertrag unterschrieben haben, werden wir glücklich sein.

Wir glauben, wenn wir unseren Traumpartner gefunden haben, glücklich verheiratet sind und das erste Kind unterwegs ist, werden wir glücklich sein. Wir meinen, wenn wir unseren langweiligen 0-8-15 Job an den Nagel hängen und als Selbstständiger viel erfolgreicher sind, wird sich das Glück schon von allein einstellen. Dafür arbeiten wir hart, gerne auch mal 60 Stunden in der Woche.

Denn am Horizont wartet verheißungsvoll das Glück.

Doch je mehr wir tun und an Erfahrungen sammeln, umso klarer wird, dass dieses Glück mit jedem erreichten Ziel weiter in die Ferne rückt. Wirklich dauerhafte und langfristige Zufriedenheit scheint unerreichbar. Sobald wir ein Ziel erreichen, stellen wir fest, dass es uns entweder doch nicht so zufrieden macht, wie wir dachten, oder wir sind kurz zufrieden und rennen dann gleich wieder dem nächsten Ziel hinterher.

Wie entkommen wir dem Ganzen? Vielleicht müssen wir etwas mehr in uns hinein horchen und darüber nachdenken, was wir wirklich gut können. Was bereitet uns Freude – und zwar soviel, dass es nicht wichtig ist, ob wir die besten darin sind? Denn in diesem Fall tendieren wir dazu, genau die Dinge zu machen, die uns erfüllen. Verfolgst du das dann über einen längeren Zeitraum und intensiv genug, wist du damit Erfolg haben und das wiederum bringt dich an dein Ziel: Denn etwas mit Hingabe und Leidenschaft zu tun, erfüllt dich stets mit Zufriedenheit. Natürlich gibt es immer Momente, in denen es nicht so leicht ist, diese Tätigkeit mit dergleichen Leidenschaft auszuführen. Aber wenn du dran bleibst und genießt, was du tust, wirst du merken, dass es dir leichter fällt und du langfristig zufriedener bist.

Letztlich ist es sinnvoller, nach Zufriedenheit statt nach dem Glück zu streben. Denn wenn du den Zustand der Zufriedenheit erreichst, kommt das Glück ganz von alleine. Denn wie wir jetzt gelernt haben, ist zum Glücklichsein bereits alles vorhanden. Doch gibt es ein paar Punkte, die ich dir ans Herz legen kann, mit denen es dir leichter fällt, den positiven Dingen in deinem Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu gehören mehrere Dinge, die sicher nicht von jetzt auf gleich umzusetzen sind, aber an denen es sich lohnt, zu arbeiten:

  • Akzeptiere dich, wie du bist
  • Akzeptiere andere, wie sie sind
  • Sei nicht neidisch auf das, was andere haben, tun oder sind
  • Sei dankbar für das was du bist, besitzt und erreicht hast
  • Wenn du mit bestimmten Dingen in deinem Leben unzufrieden bist, dann ändere sie, anstatt dich nur darüber zu beschweren

Sicher wird nicht jeder dieser Tipps leicht umzusetzen sein, aber je mehr du davon auch wirklich täglich in dein Leben integrierst, umso eher machst du dich auf dem Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben. Am besten fängst du mit einem dieser Tipps an und notierst dir stichpunktartig, wie du daran arbeiten kannst. Beispielsweise schreibst du dir fünf Dinge auf, die du an dir selbst schätzt. Damit fällt es dir leichter, dich selbst zu akzeptieren. Wenn du Fragen zu den einzelnen Punkten hast, kannst du mich gern kontaktieren

Mehr über Zeitmanagement, Mentales Training und Erfolgscoaching erfährst du in unserem wöchentlichen Podcast.