Warum ich gerade zu Hause trainiere

Heute habe ich etwas besonderen für euch: Eine Gastautorin!

Ricarda ist aktuell in einer besonderen Situation: Sie ist umgezogen und das hat ihr gut geplantes Leben auf den Kopf gestellt. Ihr regelmäßiges Training ist plötzlich unregelmäßig. Kommt dir das bekannt vor? Man wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, muss seinen Alltag neu organisieren und alle Wege sind plötzlich anders. Das, was zuerst hinten runter fällt, ist leider manchmal das Training. So erging es Ricarda. Erst, als sie endlich den Umzugsstress komplett hinter sich gebracht hatte, fiel ihr auf, dass ihr etwas ganz Wichtiges fehlte: der Sport.
Nun lebt sie weit weg von dem Ort, an dem sie regelmäßig trainierte und musste sich umorganisieren. Wie, erfährst du in den nächsten Zeilen.

Tja Leute, jetzt war es endlich soweit. Wir sind vom schönen Süden Berlins, um genau zu sein aus Steglitz, in den Prenzlauer Berg gezogen. Wie wir an diese wundervolle Wohnung gekommen sind, ist mir immer noch ein Rätsel und hat wohl einfach so sein sollen. Schicksal. Dazu vielleicht bald mal mehr. Naja, aber jetzt waren wir hier, 15 km entfernt von unserer alten Hood. Weg von unserer gewohnten Umgebung, von unseren allwöchentlichen Laufrouten und auch von unserer Gym. Hier waren wir bis zu viermal wöchentlich, war halt um die Ecke. Und jetzt? Jetzt ist sie einfach mal mindestens viermal so weit entfernt wie früher. Ist nicht mehr ein einfaches: ich geh mal eben zum Sport. Ich muss sagen in der ersten Zeit des Umzugs merkt man das nicht ganz so doll. Man hat eh viel zu tun und schleppt Sachen runter und wieder hoch, betätigt sich ja eh körperlich. Erst als wir zur Ruhe kamen und langsam eingerichtet waren fiel es einem wie Schuppen von den Augen: mir fehlt der Sport. Mir fehlt Fitness Training. Nun war es aber ja so, dass wir nicht mal eben so hopplahopp zum Crossi gehen konnten und auf der anderen Seite läuft unser Vertrag noch bis Anfang März. So fiel also die Möglichkeit raus sich schon im Prenzlberg bei einer anderen Box anzumelden. Leider sind wir noch keine Krösusse und ich hätte das auch gar nicht eingesehen, doppelt zu zahlen. So. Also was tun? Ich hab wirklich mehrere Tage vor mich hin vegetiert und geschmollt. Ich kam einfach nicht mehr in die Routine rein, die Motivation war am Ende. Keine Lust da so lange in der Kälte hin zu fahren, keine Lust mich woanders anzumelden. Keine Lust vernünftig zu kochen. Keine Lust auf irgendwas. Anfangen, abgebrochen, angefangen, abgebrochen. Ich wollte doch einfach nur wieder in meine alte Routine rein kommen. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann kann ich nur dazu sagen, dass ich einen absoluten Gedankenknoten im Kopf hatte. Keine Ahnung warum aber so einige Gehirnleitfäden waren wohl eingefroren.

Photo Credits: Thomas Herwig

Ich hatte dann einfach keine Lust mehr auf mich selbst und auf meine Vegetation und habe angefangen tatkräftig mit tollen Menschen über mein kleines Mini-Problem zu reden. Leute, es hilft. Traut euch zu reden und zu fragen. Öffnet euch. Manchmal ist es einfach nur ein kleiner Satz oder ein anderer Blickwinkel einer anderen Person, der den Gedenkanknoten platzen lässt. Was bei mir ausschlaggebend war, dass mir klar gemacht wurde, dass ich doch gar nicht an den alten Routinen und an meinem alten Sportplan krampfhaft festhalten muss,

sondern, dass jetzt mit Umzug und neuer Umgebung auch neue Routinen und neue Chancen auf mich warten. Mir wurde deutlich, dass sich alles nach und nach wieder einpendelt und ich mir einfach diesen Druck nehmen muss, der mich gerade fesselt die neuen Möglichkeiten zu entdecken. Ja es gibt gerade einfach eine Übergangsphase sportlich gesehen. Ja ich akzeptiere das. Ja ich muss erstmal wieder nach dem ganzen Stress die Freude am Kochen und Vorbereiten finden. Auch das akzeptiere ich. Und schwupps, war der Gedankenknoten gelöst und der Druck von mir, ging alles wieder wie von selbst. Ich nahm nun alles wieder viel leichter. Und auch schon kam die neue Motivation. Wenn es einen Übergang gibt, wie gehe ich damit um? Wir schmiedeten Pläne. Bis März machen wir uns jetzt einen festen Tag aus, wo wir wieder in die alte Heimat zu unserem Gym fahren.

Photo Credits: Thomas Herwig

Ab März schauen wir uns dann im Prenzlberg um und wägen ab was die beste Box oder beste Lösung für uns ist. Check. Einkaufen, kochen, gemeinsam essen. Einfach mal wieder machen und sich einen Ruck geben und zack hat es wieder Spaß gemacht sich gesund zu ernähren. War viel leichter als erwartet. Check. Und Sport? Hey, ich hab Platz im Wohnzimmer, ich hab eine Matte, ich hab mein Körpergewicht und zur Not sogar eine Kettlebell. Back to the roots. Home Gym. Training mit dem eigenen Körpergewicht. Squats, Push ups, Plank, Beyoncé Booty Workout (bitte keine Nachfragen hier an dieser Stelle). Einfach nach Hause kommen, olle Sportklamotten an und richtig los legen. Ich spare Zeit, ich kann genau das machen, was ich trainieren mag und mir meine eigenen Pläne schmieden. Momentan mache ich fast jeden Abend was im Wohnzimmer und liebe es mittlerweile. Bin wieder voll motiviert. Danach kochen wir und essen lecker und gesund. Läuft doch. Manchmal kann es so einfach sein. Danke an all die Leute, die meinen Blickwinkel geändert haben! Und an euch: traut euch. Redet und fragt nach. Meine Oma hat schon immer gesagt: Fragen kostet nix.

So und mein Lieblings-Home-Gym-Workout will ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Tabata – 20 Sekunden Workout, 10 Sekunden Pause. Bei den 20 Sekunden absolut volle Power.

10 Runden, mit so ziemlich jeder Übung machbar. Meine Lieblinge: Squats und Pushups.

Das heißt: 20 Sekunden Squats so schnell, aber sauber, wie es geht. 10 Sekunden Pause. Und wieder 20 Sekunden Squats volle Power.

Viel Spaß dabei! Ich geh jetzt in mein Home Gym. Beyoncé wartet.

Ich danke Ricarda vielmals für diesen informativen Artikel! Vielleicht warst du auch schon mal in dieser Situation und hast jetzt den Notfallplan, damit deinem regelmäßigen Workout nichts mehr im Wege steht. Mehr über Ricarda erfährst du hier

Wir freuen uns sehr, dass sie nun regelmäßig für den Myperformancecoaching Blog schreiben wird.

Mehr zum Thema Training, Routinen und Erfolgscoaching erfährst du in unserem wöchentlichen Podcast.